Höhen und Tiefen 2018

Eigentlich wollte ich ganz traditionell zum Ende des vergangenen Jahres einen kleinen Rückblick schreiben und das Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen Revue passieren lassen. Leider wurde die "Stade Zeit" so ganz und gar nicht stad und das Jahr endete für mich im Krankenhaus. Keine Angst. Nichts wildes. Dennoch ist mir die Lust aufs Schreiben dann ein wenig vergangen. Jetzt aber zurück zum Thema und alles schön der Reihe nach...

Ich bin ein Wintermensch

Die vergangene Skisaison war großartig. Die Alpen hatten vor allem im Früh- und Hochwinter wirklich viel Schnee abbekommen und direkt hinter der Haustüre hatten wir oftmals perfekte Verhältnisse. Außerdem hatten wir wirklich Glück mehr oder weniger durch Zufall zwei absolut geniale "Home-Spots" zu entdecken. Orte, die uns durch zahlreiche Traumabfahrten, stimmungsvolle Sonnenaufgänge mehr als einmal ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert haben. Dafür bin ich wirklich dankbar!

Doch das Vergnügen im weißen Gold ist nicht geschenkt. Auch wenn es manchmal schwer ist, aber Nein zu sagen, umzuplanen und umzudrehen gehören zum Spiel dazu. So kam es zum Beispiel, dass wir über die gesamte Saison hinweg eine Steep skiing Linie in den Stubaier Alpen befahren wollten. Dreimal sind wir an der Einfahrt gestanden, dreimal haben wir abgewägt, dreimal haben wir uns dagegen entschieden.

Eine ganz besondere Erfahrung war das Nightride-Shooting mit Kathi, wo wir dieses coole Foto in bestem Teamwork erstellen konnten:

Ach und noch ein Bild aus der Kategorie "Zum ersten Mal": Im Januar durfte ich bei einer echten TV-Produktion am Set das Team von Whiteroom Productions begleiten, das in Klösterle am Arlberg Reenactment-Szenen für eine Dokumentation über die Profi-Freeriderin Nadine Wallner gedreht hat. Fein wars!

Ich könnte hier jetzt noch von unzähligen Tagen auf zwei Brettern berichten und das wäre auch gar nicht so abwegig, denn wieder einmal hat sich bestätigt, dass ich einfach ein Wintermensch bin. Ich kann mich einfach wie ein kleines Kind über jeden neuen Schneefall freuen...

Ach, stopp! Eine Sache möchte ich aber nicht unerwähnt lassen. Nachdem es Ende Februar/Anfang März für längere Zeit sehr kalt war, hatten wir tatsächlich die Möglichkeit hinter der Haustür, und ich meine wirklich hinter der Haustür... 

Biken, Biken, Biken

So schnell und intensiv der Winter gekommen war, so schnell sind die großen Schneemengen auch wieder dahin geschmolzen und ehe wir uns versahen hatten wir schon wieder den Sattel vom Bike unterm Hintern. Unser erster Bike-Trip führte uns direkt ins Mekka der Enduro-Fans: Finale Ligure! Ein Traum für alle Fans des Flows, italienischen Flairs und Biken mit Meeresblick. Uns hat's gefallen!

Etwas steiler ging es beim Bike-Bergsteigen am Großen Rettenstein mit Kurt Exenberger und Alex von der Bikeacademy zu.Kombiniert mit einer Biwak-Nacht haben wir im ersten Tageslicht im verblockten Gelände geshootet. Hier gehts zum Bericht auf VAUDE.

Dann hatten wir Großes vor: Gemeinsam mit zwei Freunden wollten wir mehrere Wochen auf den Faröer Inseln und auf Island Mountainbiken, Bergsteigen und Reisen mit unseren zwei Geländewägen. Was sich wie ein Traum-Trip anhört entwickelte sich bei unserer Ankunft in Island zu einem Alptraum. Beide Fahrzeuge, die wir monatelang vorbereitet hatten quittierten ihren Dienst und mussten irreparabel nach Deutschland zurückgebracht werden. All die Mühen waren vergeblich, unser Traum wie eine Seifenblase zerplatzt bevor es so richtig losgegangen war. 

Vielleicht hat diese Reise einfach nicht sein sollen, vielleicht haben wir unsere Ziele zu hoch gesetzt, vielleicht... vielleicht... Gelehrt hat uns dieser Rückschlag einiges. Die folgenden Wochen waren von einer komischen Leere bestimmt, irgendwie planlos und sinnlos. Schließlich haben wir beschlossen ein paar Tage nach Bormio zu fahren und unsere Enttäuschung in Rausch des Trail-Flows zu versenken. Was soll ich sagen? Hat geholfen einfach mal Biken zu gehen!

Der Zeh tut weh!

Was anderes blieb eigentlich auch gar nicht übrig, schließlich hatte ich seit dem Beginn unserer Island-Tragödie eine Entzündung am Zeh, die dafür sorgte, dass ich über Monate keine Bergstiefel geschweige denn Kletterschuhe tragen konnte. Auch Laufen war nicht möglich. Kleinigkeiten mit weitreichenden Folgen...

Nachdem ich mich dann auch noch zu früh dazu hinreißen lies über den Stüdelgrat auf den Großglockner zu klettern, verzögerte sich die Heilung umso mehr und schließlich wollte ich in Marokko nicht absagen und flog trotz der Entzündung nach Marrakech um den UTAT zu fotografieren. Vier intensive Tage im Hohen Atlas bei schwierigen Verhältnissen verursachten jedoch nicht nur Schmerzen im Schuh, sondern gaben mir auch die Möglichkeit für spannende Bilder und viele nette Begegnungen. (Kann man in Englisch auch hier nachlesen)

Dann ist es auch schon wieder vorbei das Jahr

Tja, mal eine Nacht im Zelt hier, ein bisschen Wandern da, Drama mit dem alten Auto, kurz mal eben einen Kastenwagen zum Camper umbauen und dann zack, war das Jahr auch schon wieder fast vorbei... Doch mit dem Ende des Jahres rückt auch eines wieder in greifbare Nähe - der Winter!

Und mal ganz ehrlich, den haben wir mit einer gebührenden Abfahrt im Wilden Kaiser eingeläutet.

Ach ja, die Story mit dem Krankenhaus?!?

Zwischen den Jahren sind wir dem Neuschnee folgend ins Langtauferer Tal gefahren, wo wir im Camper übernachtet haben. Als das Wasser aus war, haben wir die kurzerhand im Bach aufgefüllt. Ein Fehler, wie sich rund 24 Stunden später herausstellte. Ich hatte einen Keim erwischt und mir wirklich... ich sag's ganz offen... die Seele aus dem Leib gekotzt. Solange bis Kathi beschlossen hat, dass ich ins Krankenhaus muss wo ich dann auch gleich eine Nacht zur Beobachtung geblieben bin. Am 31. sind wir dann wieder nach Kufstein gefahren und als ich wieder aufgewacht bin, war es schon da, das neue Jahr...

Ich hoffe sehr, dass Euer Jahreswechsel etwas angenehmer verlaufen ist. Das neue Jahr hat ja auf jeden Fall schon mal mit einer wahnsinnigen Schneefall-Periode begonnen. Watch out, it's super DEEP IN AUSTRIA.