#fairyTRAIL18  – Kann man auf den Faröer Inseln eigentlich Mountainbiken?

Nach monatelanger Schrauberei am Camper, Anpassungen des Innenausbaus, Tourenplanung und Projektvorbereitungen war es endlich soweit: Gemeinsam mit Kathi, Alex und Manu sind wir am 31.7. zu unserem #fairyTRAIL18 Projekt in Richtung Norden gestartet. Unsere fünfwöchige Reise wollen wir nutzen um das Bergsportpotential der Islands und der Faröer Inseln auszukundschaften und die schönsten Trails für Bike, 4x4 und zu Fuß kennen zu lernen.

Wenn du diesen Artikel liest, liegt der erste Teil unserer Reise bereits hinter uns. Die insgesamt 2,5 Tage Fährüberfahrt nach Island hatten wir mit einem einwöchigen Aufenthalt auf den Faröer Inseln wunderbar unterbrochen, was sich definitiv gelohnt hat.

Nach der ersten Übernachtung auf dem Parkplatz eines kleines Restaurants, das uns herzlich willkommen hieß, starteten wir direkt mit einer Erkundungstour auf dem MTB. Der Pass zwischen Tjornuvik und Saksun lies zumindest auf der Karte einen möglichen Trail erahnen und somit ließen wir uns vom anhaltenden Sprühregen nicht abhalten unsere Bikes 500m über Meereshöhe zu tragen. Beeindruckt von den steilen Grasflanken, schroffen, steil abfallenden Abbrüchen der Inseln mussten wir jedoch feststellen, dass Mountainbiken auf diesem Archipel nichts für Genussbiker ist. Der Track war zum Teil ziemlich verblockt, rutschig, nass und das Gefühl von Flow wollte nur für kürzere Streckenabschnitte zu Tage kommen. Besonders der fehlende Grip im durchtränkten Untergrund machte uns immer wieder zu schaffen.

Da der Dauerregen uns nicht gerade Lust machte, den Rückweg wieder über den Sattel zu gestalten fuhren wir kurzer Hand über die Straße zurück zum Ausgangspunkt. Pünktlich mit unserer Rückkehr am Auto, konnte sich dann doch die Sonne durchringen ihr Gesicht zu zeigen. Tja, die Wetterküche Europas macht eben was sie will und außer auf glückliche Umstände zu hoffen, bleibt einem nichts anderes übrig als das Wetter einfach so hinzunehmen wie es ist. Wenigstens wurden unsere Klamotten und Schuhe wieder trocken. 

Der nächste Berg, der zugleich mit 880m auch der Höchste ist, war uns da schon etwas wohlwollender gestimmt. Nach einer kurzen Erkundungstour zu Fuß, konnten wir die Grasflanke fast mehr oder weniger durchgehend abfahren. Abgesehen von der ein oder anderen etwas engen Spitzkehre und einigem felsigen Gerümpel, bot uns der Slattaratindur viele flowige Passagen und ein steiles, aber geiles Straight-Line Finale. Eben ein echter fairyTRAIL!

Die zwei folgenden Tage verbrachten wir dann, mit der Absicht möglichst eindrucksvolle Aussichten über die Fjordlandschaft zu gewinnen, zur Abwechslung wieder zu Fuß. Das heißt, ich verbrachte die meiste Zeit vor allem in der Nähe des Autos und widmete mich dem gesammelten Bildmaterial. Ein eingewachsener Zehennagel machte nämlich jeden Schritt bergab zur Qual und ich bevorzugte es die nächsten Tage Crocs zu tragen. Übrigens nicht gerade die passendsten Schuhe für kaltes, nordisches Wetter…

Während ich also etwas Pause machte, konnten die anderen noch zum nördlichsten Punkt der Insel wandern und eine eindrucksvolle, weglose Gratüberschreitung für sich verbuchen. Ein Berliner Tramper und Musiker leistete mir im Camp Gesellschaft, sodass die Zeit wirklich im Nu verflog.

Die am nächsten Tag geplante Bike-Action, lies jedoch meine Sorge um den Zeh schnell wieder verfliegen, denn immerhin hatten diese Bilder zumindest für mich den Aufenthalt auf den Faröer Inseln erst so richtig gerechtfertigt. An den Klippen des Ritubergsnova und ein Wasserfall, der von einem See direkt ins Meer stürzt, waren mit Sicherheit ein landschaftliches Highlight unserer Zeit auf den Faröern. Die Tatsache, dass man auf flowigen Wiesentrails am Rand der Klippe auch noch ziemlich gut Biken kann, nenn ich jetzt einfach mal „Deluxe“!

Doch Vorsicht! Wer jetzt den Eindruck bekommt, auf dieser Inselgruppe da oben im Norden könne man super Mountainbiken und findet eine der Alpen ähnliche Infrastruktur vor, der täuscht sich gewaltig. Richtige Tagestouren konnten wir nämlich nicht ausmachen. Auch die äußerst beschränkte Anzahl an Wegen und deren nicht wirklich Bike freundliche Gestalt lassen unser Experiment „Kann man auf den Faörer Inseln Mountainbiken?“ eher mit einem verneinenden Fazit enden.

Wie wir allerdings feststellen durften, kann man dort relativ gut Sportklettern. Zumindest das Klettergebiet bei Nordradalur hat es uns angetan. Außer Frage steht natürlich auch, dass die Inselgruppe vor allem landschaftlich äußerst reizvoll ist. Nur ein wenig Glück mit dem Wetter sollte man haben, damit man diese auch zu Gesicht bekommt.

Jetzt sitzen wir bereits mitten im isländischen Hochland, das zu unserer Verwunderung übrigens oberhalb von 1000m ganz gut eingeschneit wurde, aber das liest du dann im nächsten Eintrag. 

Viele Grüße aus der Askja-Region!
Max