BaBa Winterraum-Powder Tour

Freitag Abend, ich lauf durch den Supermarkt und telefoniere angespannt mit meinem Freund Manu, während Kathi das Essen für die nächsten Tage zusammenstellt. Morgen wollen wir eine geführte Winterraum-Powder Tour für unsere Jugendgruppe anbieten. Soweit so gut. Powder gibt es gerade genug, nur die aktuelle Lawinensituation möchte ganz genau in Augenschein genommen werden. Es ist einfach kritisch...

Nach dem wohl teuersten Gespräch meines Lebens steht fest: Wir fahren nach Boden und gehen auf die Hanauer Hütte. Der Zustieg sollte auch bei den aktuellen Bedingungen machbar sein und falls die Situation sich wider Erwartens nicht deutlich verbessert, genießen wir einfach eine coole Zeit mit lässigen Leuten auf einem Winterraum.

Samstag Früh: Wir treffen den Rest der Gruppe am Parkplatz und starten maximal motiviert in unser Abenteuer. Der Lawinenlagebericht hat Warnstufe zwei, in höheren Lagen drei ausgegeben und wir sind guter Dinge, den versprochenen Powder-Spaß zu finden und sicher in die Tat umzusetzen.

Am Hüttenhang beurteilen wir die Schneedecke mit Hilfe eines kleinen Blocktests und bestätigen unsere Vermutungen. Der Hang ist sicher.

Am Winterraum angekommen, bin ich erstmal völlig baff: Helles Holz, viel Platz, eine hohe Decke, Klo im Haus - im Vergleich mit manch anderem Winter-Domizil ein echtes Chalet!

Nachdem wir unser Equipment und das Abendessen in der Hütte verstaut haben, starten wir noch in eine der zahlreichen Scharten. Der Weg ist geprägt von zahlreichen Lawinenkegeln, mächtigen Anrissen und führt uns deutlich vor Augen, dass wir uns in potentiell gefährlichen Gelände bewegen. Wir packen unser geballtes Wissen in die Beurteilung der Aufstiegsroute und können mit weiteren Schneedeckenuntersuchungen eine Lawinenauslösung ausschließen. Natürlich ergreifen wir trotzdem alle Maßnahmen, um die Schneedecke möglichst wenig zu belasten.

Die Abfahrt ist dann ein würdiger Abschluss eines wunderschönen Bergtages, lediglich die vielen kleinen Gegenanstiege und Querungen sind für unsere Snowboarder eine saubere Quälerei. Egal, die Skifahrer schmelzen schon mal Schnee für den Tee und bereiten das Abendessen vor, während sich unsere Snowboard-Fahrer durch den Powder zurück wühlen.

Der nächste Morgen beginnt, wie auf jedem Winterraum, mit Feuer machen, Aufräumen und Equipment richten. Das Frühstück fällt ganz unterschiedlich aus: Von Müsli mit Frischmilch bis zu wenigen abgepackten Madeleins ist alles dabei^^

Objective of the day: Kogelseespitze und eine hoffentlich unverspurte, lange Abfahrt nach Osten. Der Aufstieg ist bereits gespurt und an diesem Morgen treffen wir auch wesentlich mehr Leute im kupierten Gelände rund um die Hütte, als am Vortag.

Obwohl bereits einige Leute den Gipfel erreicht hatten, ist "unsere" Abfahrt noch völlig unberührt. Glück gehabt :) Nach einer ausgiebigen Gipfelrast, schnallen wir die Ski oder Boards an die Haxn und entjungfern einen Traumhang!

Abfahrtsbilder gibt es keine... Ich musste einfach auch mal am Stück durchfeuern ;)

So sieht das dann aus, wenn eine moardsmäßig coole Truppe durch einen ebenso genialen Hang gepflügt ist. Sorry an alle Wedel-Fetischisten beim Anblick des Spurbildes...

Als wir alle unten wieder zusammen stehen ist klar: Wir fahren das Ding gleich nochmal! Alex legt eine bravouröse Aufstiegsspur neben unsere Abfahrt und so kommen alle entspannt ein zweites Mal am Gipfel an. Nach einem kleinen Ratsch mit einer anderen DAV-Gruppe, stürzen wir uns wieder ins Vergnügen und auch die andere Truppe kann dem Reiz nicht widerstehen.

An der Hütte nehmen wir unser Equipment wieder mit und fahren schließlich vollkommen zufrieden zum Auto ab. Statt den Stau in Oberau auszusitzen, bevorzugen wir eine Pizzeria in Reutte und so geht eine weitere grandiose BaBa-Tour zu Ende...