Ski Island #7 Finally!

In der Früh schien uns die Sonne durch die Autoscheiben ins Gesicht und wir wussten: "Heute zählt's!" Das Wetter ist ja schließlich nicht jeden Tag schön...

Nach einem schnellen Frühstück, checkten wir die LVS-Geräte und starteten unsere Tour. Der Parkplatz hatte sich zwischenzeitlich mit einigen Fahrzeugen gefüllt und wir spaßten ein wenig rum, dass es ja schon fast wie am Zischgeles zu ginge. Als wir allerdings nach wenigen Schritten wieder die einzigen waren, die gleichmäßig in ein Tal zogen, während der Rest die andere Fjordseite bevorzugte, entspannten wir uns wieder. Lediglich Kathi hatte zu kämpfen: Ihre Knöchel waren von den Skistiefeln geschwollen und taten bei jedem Schritt weh.

Eigentlich hatten wir ja beschlossen an diesem Tag ganz normale Skihänge zu fahren und keinen weiteren Versuch in irgendwelche Rinnen zu starten, aber beim Anblick dieses nordseitigen Prachtexemplars konnten wir uns allerdings nicht zurückhalten und wagten es doch.

Die vergangen Tage war einiges an Schnee gefallen und der spärliche Lawinenlagebericht gab einen "Dreier" aus, Vorsicht und eine kritische Beurteilung dieser ungünstigen Exposition waren also geboten. Bereits früh haben wir den ersten Blocktest ausgegraben und uns einen Eindruck von der Schneedecke verschafft. Etwas weiter oben, bestätigten wir das Ergebnis des ersten, durchaus günstigen, Blocktests und schnallten die Ski auf den Rucksack. Die Rinne war zwar noch nicht besonders steil und wäre easy mit Ski begehbar gewesen, aber die Abfahrt wollten wir uns nicht versauen. Ganz nach dem Motto "Earn your turn", ging es also beschwerlich Schritt für Schritt durch herrlichen Powder, der nur unter großen Anstrengungen zu spuren war. Auch Kathi, die mir mit ordentlich Sicherheitsabstand folgte, meinte am Ende, dass sie quasi nochmal spuren musste, weil ich keine sauberen Tritte, sondern eine einzige Wühlspur hinterlassen hatte.

Noch zwei Mal machte ich eine Schneedeckenuntersuchung, ehe wir uns wirklich sicher waren, dass die Rinne von oben bis unten passte. Beim letzten Block sahen wir dann, dass zwei weitere Gruppen in der Nähe unterwegs waren und unser Vorhaben beobachteten. Mich hätte wirklich interessiert, was die Tourguides wohl zu ihren Kunden gesagt haben... Plötzlich dröhnte ein ohrenbetäubender Lärm durch das gesamte Tal und dieses Mal war dafür nicht der Helikopter verantwortlich, sondern eine Horde Skidoo-Fahrer, die über die Hänge fegte. Krass! So etwas ist man dann von unseren heimischen Alpen überhaupt nicht gewöhnt... Den anderen am Talgrund ist wahrscheinlich auch die Semmel im Hals stecken geblieben.

Nach rund drei Stunden Wühlerei, erreichte ich die kleine Wechte am Ausstieg, die sich zum Glück recht leicht überwinden lies. Dann war es geschafft - eine herrliche Aussicht über die Berge Tröllaskagis und das Meer entschädigte für alle Strapazen und wir gönnten uns eine ausgiebige, keksreiche Gipfelrast.

Dann machten wir uns ready für den vielleicht besten Run des gesamten Trips: Was beim Hochspuren weich ist, ist bei der Abfahrt ein Traum! Die Rinne war maximal 42° steil und breit genug, dass man es mal so richtig krachen lassen konnte. Herrlich! Einfach nur herrlich! Endlich hatten wir das bekommen, wofür wir die weite Anreise in Kauf genommen haben!

Bestärkt durch unser Erfolgserlebnis, haben wir sofort wieder aufgefellt und sind die gegenüberliegende Talseite hochgelaufen. Nach ein wenig Suchen fanden wir einen unverspurten Übergang ins nächste Tal und konnten eine zweite Hammer-Abfahrt genießen. Endlich war das Glück einmal auf unserer Seite! Dachten wir... Leider kamen beim nächsten Anstieg Kathis Fußschmerzen zurück und wir beschlossen, den kürzesten und nicht den schönsten Weg richtung Auto zu nehmen. Die Abfahrt führte uns über einen leicht felsdurchsetzten und recht harten Hang, den wir am Ende über weite Strecken querten, um möglichst wenig Tragestrecke übrig zu haben. Trotzdem war dieser Tag ein voller Erfolg und die zwei Abfahrten werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben.