Weihnachtsgeschenk - Wandbild

Du hast immer noch kein Weihnachtsgeschenk für deine Liebsten gefunden?! Langsam wird es Zeit sich Gedanken zu machen...

Für Naturbegeisterte und Bergliebhaber habe ich eine passende Idee! Auf meiner Homepage findest du jede Menge Bilder, die sich hervorragend für einen Ausdruck eignen. Egal, ob Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer oder Büro - ein hochwertiges Wandbild ist ein echter Hingucker!

Falls Du auf meiner Homepage kein Motiv findest, was für Dich bzw. den Beschenkten passt, dann schreib mir doch einfach eine kurze Mail und wir finden in meinem Archiv gemeinsam ein Bild, das Deinen Vorstellungen entspricht.

Formate, Materialien, Preise

Prinzipiell kannst Du deine Bilder in fast jeder Größe und auf vielen unterschiedlichen Materialien drucken lassen. Sollte Deine Wunschgröße oder -material nicht in meiner Liste zu finden sein, dann heißt das also noch lange nichts... Wir finden eine Lösung!

Hier einmal die gängigsten Größen und Materialien meiner Partner-Druckerei:

Forex (Hartschaumplatte):
-5mm Stärke
-sehr stabil und witterungsbeständig

30 x 20 cm 39,00 €
45 x 30 cm 44,00 €
60 x 40 cm 57,00 €
90 x 60 cm 117,00 €
120 x 80 cm 193,00 €

Alu-Dibond:
-3mm Stärke
-extrem biegefest und witterungsbeständig
30 x 20 cm 50,00 €
45 x 30 cm 69,00 €
60 x 40 cm 103,00 €
90 x 60 cm 179,00 €
120 x 80 cm 299,00 €

Acrylglas:
-5mm Stärke
-Direktdruck von hinten auf Acrylglasscheibe

30 x 20 cm 73,00 €
45 x 30 cm 99,00 €
60 x 40 cm 138,00 €

Leinwand:
-naturfarbenes, feines Canvas-Gewebe (300 g/m²)
-stabiler Echtholzrahmen (2cm)
-etwas rauere Oberfläche
30 x 20 cm 44,00 €
45 x 30 cm 90,00 €
60 x 40 cm 113,00 €
90 x 60 cm 173,00 €
120 x 80 cm 228,00 €

Wenn ihr eine Aufhängung haben möchtet, dann kommen pro Bild noch einmal + 8,00 Euro hinzu.

Bestellung, Bezahlung, Versand

Versand nach Deutschland (ohne Inseln) ist bei allen Bildern inklusive.
Wenn Du dich für ein Bild entschieden hast, dann schick mir einfach eine Email an md@fotografie-maximilian.de, bezahlen kannst du dann entweder per Überweisung, bar oder per Paypal.

Also, nichts wie los! Hole Dir oder Deinen Liebsten ein Stück Berge ins Haus! Viel Spaß beim Stöbern!

Highline am Kundl und Backofen

Sonntag, 11:00 Uhr. Kathi, Tauri und ich packen unsere Rucksäcke an einem Parkplatz in Überfilzen am Inn. Mit rund 30 kg Gepäck pro Person machen wir uns auf den Weg zu "Kundl und Backofen", zwei Felsen im Südwesten des Heubergs zwischen denen wir eine Highline spannen wollen.

Schwer beladen dauert der Aufstieg durch den steilen Bergwald knapp eineinhalb Stunden und ich verfluche mich innerlich dafür, dass ich keine festen Bergschuhe, sondern lediglich meine Trailrunning-Latschen trage...

Am Fels angekommen schwanken wir zwischen Begeisterung und Ratlosigkeit: Die Fixpunkte für die Highline scheinen zunächst nur schwer erreichbar und da wir kein Topo haben finden wir den leichtesten Aufstieg nicht auf Anhieb. Dann die nächste Ernüchterung: Unser Material ist nicht vollständig: die Körpersicherung, die sogenannte "Leash" liegt leider in München...
Wir entscheiden den Aufbau trotzdem zu beginnen, unser Lager für die Nacht einzurichten und genießen die Herbst-Sonne.

Nach einer Portion Trek´n Eat verkriechen wir uns nach Sonnenuntergang in unsere Schlafsäcke und blicken in den Sternenhimmel. Auf dem Felsvorsprung ist leider wenig Platz und da ich unruhig schlafe, rutschen mir des öfteren die Beine von der Isomatte in die steile Grasflanke. In der Früh um 4:30 Uhr wache ich schließlich auf, als Tauri seinen Abstieg ins Tal antritt. Er fährt nach München zurück, holt das fehlende Material und Lebensmittel für einen weiteren Tag am Berg und kommt schließlich um 10:00 Uhr zurück.

Mit neuem Elan, vollständiger Ausrüstung und jeder Menge Kekse, Müsli und Co. ist die Highline am späten Nachmittag schließlich gespannt. Ich fotografiere Tauri von unten, wie er auf dem 2,5 cm breiten Band über dem Abgrund balanciert und beeindruckende akrobatische Posen einnimmt.

Erst viel zu spät realisiere ich, dass die Sonne gleich untergehen wird und mache mich so schnell wie möglich an den Aufstieg am montierten Fixseil, um auf die Höhe der Slackline zu kommen. Da das Seil viel zu viel Dehnung hat und mich der schwere Rucksack extrem nach unten zieht, bin ich nicht rechtzeitig oben und die Sonnenuntergangs-Bilder werden nichts. Schade!

Mit aufgerissenen Fingern seile ich wieder ab und im Licht unserer Stirnlampen kochen wir Tee und breiten unsere Isomatten und Schlafsäcke erneut aus. Diesmal jedoch wesentlich bequemer und weniger absturzgefährdet... ;)

Dienstag, 6:35 Uhr. Sch...e!!! - Als ich aufwache ist es bereits relativ hell und wir laufen Gefahr den Sonnenaufgang auch noch zu verpassen. Dann die nächste unschöne Überraschung: Mein Handy-Display ist gebrochen und es lässt sich nicht mehr bedienen. Mist! Vom Wolkenmeer der letzten beiden Tage ist auch keine Spur mehr zu sehen... "Der Morgen fängt ja mal gut an", murre ich in mich hinein und steige am Seil auf und bringe mich in Position. Kathi und Tauri steigen zeitgleich an der Felsnadel auf.

Aufgrund der Lage liegt die Line noch fast eine Stunde lang im Schatten und erst spät nach Sonnenaufgang treffen die ersten Sonnenstrahlen auf Tauri, Grund zur Hektik bestand also keiner... Mehr als 2,5 h hänge ich im Gurt, versuche regelmäßig etwas Last auf die Füße zu übertragen, damit mir die Beine nicht einschlafen und fotografiere Tauris morgendliches Slackline-Workout mit Blick aufs Inntal. Zwei Mal wechsle ich das Objektiv, was in einer Felswand gar nicht so einfach ist und bin heilfroh, als ich samt Ausrüstung wieder heil am Boden bin. Als ich die Bilder an der Kamera betrachte wird mir klar, dass sich alle Mühen gelohnt haben - die Bilder sind wirklich gelungen!

Nach dem Frühstück bauen wir die Highline wieder ab, was noch einmal einige Stunden in Anspruch nimmt und steigen schließlich, bepackt wie nepalesische Sherpas, wieder ins Tal ab, wo wir im Schein der Stirnlampen das Auto erreichen.

Insgesamt war unser kleiner Highline-Trip ein echter Erfolg! Unser Teamwork hat sich wirklich bezahlt gemacht und deshalb ein großes Danke an Kathi und Tauri, ohne die ich niemals zu solchen Bildern gekommen wäre.

Ein Hauch von Puderzucker - Rofandurchquerung im ersten Schnee der Saison

Als fanatischer Skitourengeher hat man doch eigentlich ab dem ersten Oktober nur noch eine Frage im Kopf: Wann schneit es endlich??

Während am Stubaier Gletscher die ersten schon wieder in die Bindung einsteigen und auch der Blog des Lawinenwarndienstes Tirol ganz langsam wieder zum Leben erwacht, sitze ich zu Hause und erledige den ganzen Büro-Kram. Bis der Manu anruft: "Hast morgen Zeit?" - "Ja, wieso? Wetter ist doch nicht so der Brüller...", antworte ich und klicke nebenbei wild durch den Bergwetterbericht des Alpenvereins. Das Argument "ein paar wenige Sonnenstunden, etwas Neuschnee und vermutlich ne interessante Bewölkung" lässt mein Fotografenherz dann etwas schneller schlagen und wir verabreden uns zu einer Rofandurchquerung.

7:30 Uhr: Wir kriechen aus den Schlafsäcken in Manus Auto und kochen erstmal Kaffee. Anreise war bei strömenden Regen schon am Vortag und ne kleine Eingeh-Runde aufs Ebner Joch haben wir in 1h 40 min. auch noch mitgenommen.

8:15: Los geht's. Erstes Ziel der Durchquerung ist die Rotspitze, die wir bei ziemlich dichter Bewölkung nach ca. 1,5 Stunden erreichen.

Die Rotspitze

Auf dem Kamm der Dalfazer Wände liegt bereits einiges an Schnee und ich verfluche meine undichten, vollkommen abgenutzten, profillosen Bergschuhe, weil ich ständig ausrutsche und kein Vertrauen in die Dinger habe. Außerdem sind die Füße nass. Aber der Blick hinüber zum Hochiss und nach Westen ist einfach fantastisch und anstatt mich über kalte Füße zu beschweren, mache ich lieber ein paar Bilder...

Schnee auf dem Kamm zum Hochiss
Kleine Abkletterstelle mit vereisten DrahtseilAch ja: Welcher Depp hat eigentlich die untere Lasche für das Drahtseil einfach abgeschraubt??

Kurz vor dem Hochiss liegt in einer kleinen Rinne dann knietief das weiße Pulver und bei mir steigt die Vorfreude auf die Skitourensaison sprunghaft an. Endlich Schnee!!!

Am Spirljoch und an der Seekarlspitze reißt die Wolkendecke dann immer mehr und mehr auf und wir bekommen stimmungsvolle Eindrücke von der angezuckerten Landschaft zu Gesicht.

Dalfazer Wände
Spirljoch
Der Weg zur Seekarlspitze

Bevor wir uns nach Süden wenden, erklimmen wir noch die 2259 m hohe Rofanspitze, die das nordöstliche Ende des Massivs markiert und machen bei Sonnenschein eine kleine Gipfelbrotzeit.

Gipfelkreuz der Rofanspitze
Da braucht es sogar eine Sonnenbrille...

Jetzt stehen uns noch zwei Gipfel bevor: Der Sagzahn, der seinen Namen aufgrund der Form absolut zu Recht trägt, und das Vordere Sonnenwendjoch. Wir erreichen beide Gipfel problemlos über den Ausweichsteig (der Klettersteig sah dann doch etwas steil aus für Schuhe ohne Profil und Schnee...) und genießen die Aussicht im Licht der tiefstehenden Sonne. Sogar das Inntal lässt sich blicken...

Da es schon relativ spät ist, beginnen wir rasch mit dem Abstieg zur Scherbensteinalm, wo wir ein letztes Mal für heute, zum Krahnsattel, aufsteigen.

Auch als Fotograf muss man ab und zu als Modell herhalten ;)

Ab jetzt geht es nur noch bergab, vorbei an der Erfurter Hütte und der Bergstation der Rofanseilbahn. In der Dämmerung wird es im dichten Bergwald schnell dunkel und wir sind froh, als wir die Forststraße erreichen. Unsere Stirnlampen liegen nämlich im Auto...

Nach 11 h und 2300 hm geht ein fantastischer Bergtag in einem kleinen, aber feinen Gebirge zu Ende...

Nicht nur wir haben den Sonnenuntergang genossen...

Traumtrail-Ortler-Umrundung mit dem Mountainbike

Aller Anfang ist schwer

Prad am Stilfserjoch: Dave und ich sind nach dreieinhalb Stunden Fahrerei endlich am Ausgangspunkt unserer Tour angekommen. Gestern wurden noch bis spät in die Nacht Bremsen entlüftet, Ketten geölt und Mäntel getauscht. Wir machen einen letzten Materialcheck und überprüfen bei jedem Teil, ob wir es wirklich brauchen würden und wer das leichtere hat. Schließlich bleiben bis auf einen Softshell- und eine dünne Regenjacke alle anderen Jacken im Auto und wir entscheiden uns für die Dämpferpumpe vom Dave (ist leichter als meine...). Es zählt ja jedes Gramm, bei mir sind immerhin schon drei Kilogramm Kameraequipment (7d Mark II, 18-35 mm f/1.8, 50mm f/1.8, Akkus, Ladegerät, ...) im Fstop-Rucksack (37l).

Es dauert nicht lange bis ich Dave einbremse und nach seiner Dämpferpumpe frage, weil bei mir viel zu wenig Luft drin ist und bei jedem Tritt der gesamte Hinterbau einfedert. Wir pumpen was das Zeug hält, aber die Pumpe verweigert bei 200 psi ihren Dienst. Mehr geht nicht. Schnell ist das Problem entdeckt: Das Ding ist undicht! Da jetzt noch weniger Luft als vorher drin ist, beschließen wir umzukehren und doch meine zu holen. Mit genug Luft im Dämpfer geht's auf der Fortstraße richtung Sulden, doch schon nach den ersten Kehren endet der Weg und wir müssen steil über einen zugewachsenen Pfad zur nächsten Straße schieben, die sogar asphaltiert ist. Doch zu früh gefreut! Nach wenigen hundert Metern verlassen wir die Straße wieder auf einen Trail, der anfangs sehr fahrbar aussieht, bald jedoch so stark aufsteilt, dass wir nach wenigen Rampen nur noch schieben. Somit kommen wir an der Vernailleralm von den anfänglichen Beschwerden ziemlich fertig an und legen eine Brotzeit ein.

Nach der Pause fahren wir auf einem netten Trail nach Sulden wobei ich den ersten Sturz abliefere: Ich übersehe einen, in den Trail ragenden, Ast und werde regelrecht vom Bike gehebelt. Zum Glück ist nichts passiert... Das Etappenziel des Tages ist die Schaubachhütte auf 2581 m und an der Talstation der Bergbahn haben wir die Wahl zwischen Fahren und gefahren werden. Wir entscheiden uns für Variante 1 und kurbeln in der prallen Sonne, bis die Schotterstraße für uns zu steil wird und wir schieben müssen.

Umgeben von Königspitze, Ortler und Zufallspitz trinken wir nach ca. 2100 hm (2/3 davon geschoben) im Licht der letzten Sonnenstrahlen ein Bier auf der Terasse der Hütte. Nach dem Abendessen geht es schnell ins Bett, damit wir am nächsten Tag fit für das Madritschjoch sind.


Mit dem Bike auf über 3000 m

Den gestrigen Tag spüre ich beim Aufstehen noch recht deutlich in den Beinen, aber Dave versichert mir, dass sich das im Laufe der Tour noch legen würde. Nach dem Frühstück verlassen wir die Hütte und fahren nach Osten. Sagte ich fahren?! Wir haben natürlich die halbe Strecke zum Madritschjoch (3146 m) geschoben.
Angesichts des vor uns liegenden Trails fällt uns die Kinnlade runter - das sieht nach purem Fahrspaß aus! Auch das Wetter ist perfekt und wir beschließen noch einen kleinen Abstecher auf die Hintere Schöntaufspitz zu machen. Ohne Rad.
Danach steigen wir auf unsere Bikes und meistern den etwas verblockten, steileren Einstieg in den "Flowtrail" ohne Probleme. Bei 2750 m wird es nochmal etwas ruppiger und die Kehren werden enger - Sehr cool! Dave holt sich allerdings seinen ersten Plattfuß und muss den Schlauch tauschen. An der Zufallhütte entspannen wir die Bremsfinger und machen eine Brotzeit.

Auf dem Trail zum Stausee stürzt Dave einmal und wir sind beide irgendwie froh am See ein paar Meter entspannt auf einem Forstweg dahin rollen zu können, ehe wir uns wieder ins Wurzelvergnügen stürzen. Als wir die Teerstraße erreichen, haben wir beide ein breites Grinsen im Gesicht - was für eine geniale Abfahrt! Nach Martell müssen wir auf der Straße fahren, wobei wir prompt am Abzweig zur Tarscher Alm vorbeipesen. Schnell umdrehen und dann steil den Berg hoch. Leider haben wir beide vergessen, den Füllstand unserer Trinkblasen zu überprüfen und einen Bach gibt es auch nicht. Vollkommen dehydriert kämpfen wir uns teils fahrend, teils schiebend/tragend den Berg hoch und sind heilfroh, als wir an der Latscher Alm endlich eine Tränke finden. Wir tanken ordentlich auf und legen die letzten 250 hm zur Tarscher Alm zurück. Wir werden herzlich in Empfang genommen, duschen und bekommen eine riesige Portion Nudeln. Man sieht uns die Strapazen des Tages wohl an.... Die Abendsonne genießen wir im Liegestuhl vor der Hütte und gehen schließlich im Lager, dass wir wie am Tag zuvor für uns alleine haben, zu Bett.


Verblockt, aber geil

Nach einem herrlichen Frühstück mit tollem Cappuccino verlassen wir die Tarscher Alm mit dem Wunsch, irgendwann nochmal her zu kommen. Der Weg zum Hohen Dieb Sattel ist steil und geht schnell in einen Pfad über, der größtenteils tragend bzw. schiebend zurückgelegt werden muss.

Auf knapp 2600 m erreichen wir den Sattel und die Euphorie ist erstmal gebremst, weil der Weg in keinster Weise fahrbar ist - zu verblockt, ständig bergauf und dann nach wenigen fahrbaren Metern geht es extrem steil zwischen großen Felsblöcke hinab, bis man schließlich an den Koflrastseen wieder längere Streckenabschnitte fahren kann.

Zwischendrin sind wir noch einmal gezwungen eine Flickpause zu machen - Daves zweiter "snake bite" der Tour. Dafür folgt ab einer Höhe von 2400 m ein Trail, der absolut meinen Geschmack trifft: Viele flowige Passagen, gespickt mit einigen höheren Felsstufen an denen geschickte Gewichtsverlagerung und Gleichgewichtssinn gefragt sind. Manch Wanderer staunt nicht schlecht...

Nach einer Pause am Gebirgsbach geht es in den Wald, der ebenfalls einige herausfordernde Stellen zu bieten hat, sodass ich einmal unfreiwillig einen Salto über den Lenker mache. Ich lande im hohen Gras und reagiere sofort mit einem Heuschnupfen. In Ulten kann ich mich ein wenig erholen, während Dave seine Bremsbeläge austauscht und dann geht es auch schon wieder hinter ins Kirchbergtal. Allerdings ist auch hier auf rund 1900 m Schluss mit Fahren und wir schieben und tragen die restliche Strecke zum Rabbijoch (2449 m), was einiges an Energie kostet und wir sind sichtlich froh, als wir das Dach der Haselgruber Hütte sehen können. Polenta zählt nicht zu unseren Lieblingsessen, aber trotzdem ist es ein netter Abend in der Stube und wir haben reichlich Zeit unseren Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Ganze acht Liter hat jeder von uns an diesem heißen Sommertag gebraucht...


Auf und nieder immer wieder

Schon beim Frühstück bemerken wir die Inversionswetterlage, die uns ein herrliches Wolkenmeer beschert. Wir sind beide heiß auf die Abfahrt und steigen voller Freude auf die Räder und gleiten den wunderschönen, sanften Trail hinab nach Rabbi.

In San Bernardo entdecken wir einen Fahrradladen, in dem Dave einen neuen Ersatzschlauch, Bremsbeläge und einen Mantel kauft und wir besorgen noch ein paar Kleinigkeiten zum Essen im Supermarkt. Da wir am Abend von einem anderen Biker den Tipp erhalten hatten, den Cèrcen-Pass zu fahren, ändern wir unsere Route und rollen nicht nach Male, sondern ins Val Cècen. Wir sind beide noch frisch und fahren die ersten 800 hm recht locker, um schließlich, nach einer kleinen Pause, die Schiebe- und Tragepassage auf den 2623 m hohen Passo Cèrcen zurückzulegen. Die Aussicht vom Pass ist gigantisch und bei unserer Brotzeit steigt die Vorfreude auf den vor uns liegenden handtuchbreiten Pfad von Minute zu Minute.

Die ersten 400 hm sind schnell abgefahren und dann folgt eine sehr lange Querung zur Malga Pontevecchio, die mir persönlich nicht so zusagt, Dave dafür um so mehr Freude bereitet. Ab hier müssen wir die Straße nach Cògolo nehmen und stehen schließlich vor dem Problem, dass wir die ursprünglich angestrebte Bozzi-Hütte nicht mehr erreichen werden. Stattdessen fahren wir nach Ossana, wo man uns in der Touristeninfo rät, am Tonale Pass ein Hotel zu nehmen. Da wir auf der gesamten Strecke zur Passhöhe kein bezahlbares Hotel mit freien Betten finden, stehen am Ende knapp 2600 hm auf der Uhr. Mein Blick ist während der Auffahrt die ganze Zeit auf Daves Hinterrad, was mich unglaublich mitzieht und schließlich finden wir recht schnell ein Hotel in einem der, meiner Meinung nach, hässlichsten Wintersportorte der Alpen. Den Abend lassen wir in einer Pizzeria ausklingen und dann fallen wir beide, ohne Hüttenschlafsack, erschöpft ins Bett.


Die Frage nach dem Rollwiderstand

Zur Abwechslung gibt es beim Frühstück Croissants und Orangensaft und nach dem täglichen Umziehen-Zeug einpacken-Sonnencreme - Ritual geht es wohin? - Richtig! In den Bikepark der Bergbahnen, den wir zufällig entdecken! Die Landungen der Sprünge stauchen uns wegen der schweren Rucksäcke ordentlich zusammen, aber wir haben trotzdem eine Riesengaudi. In Ponte die Legno pumpen wir die Reifen wieder richtig auf, um auf der langen Asphaltetappe über den Passo di Gavia nicht zu viel Energie zu verlieren. Auf der zum Teil 14% steilen, schmalen Strecke, werden wir natürlich von etlichen Motorrad-Fahrern und Rennradfahrern überholt. Bei einer kleinen Pause stellt sich uns die Frage, was für einen Rollwiderstand eigentlich so ein Rennrad im Vergleich zu Daves 29"-Allmountain-Fully und meinem 26"-"Enduro-Panzer" hat...

Egal, auch wir erreichen den höchsten Punkt, an dem wir in den Sonnenstühlen unsere Brotzeit verzehren. Leider gibt es keinen vernünftigen Trial ins Tal und somit fahren wir über Passstraße nach Valfurva ab, von wo aus wir durch das Val dei Forni zum Refugio Branca hochkurbeln. Die Straße ist zum Teil steil und fordert uns nochmal einiges ab, aber schließlich erreichen wir bereits um 15:30 Uhr die Hütte, die mitten zwischen vergletscherten Dreitausendern liegt. Auf der Terasse lässt es sich bei einem Bier lange aushalten und das dreigängie Abendessen ist eine gute Möglichkeit die Energiereserven für den nächsten Tag wieder aufzufüllen.


Never ending trail

Wir sind top motiviert, schließlich soll es heute die letzte richtige Bergauf-Etappe werden. Das Ziel ist das Stilfser Joch, doch erstmal müssen wir den Passo del Zebru überwinden. Im Angesicht der Königspitze strampeln wir zum Rifugio Pizzini und schieben bzw. tragen von dort aus auf den 3000 m hohen Pass.
Auch hier hat Dave wieder nicht zu viel versprochen, als er am Vortag meinte: "Die Abfahrt vom Pass könnte schon ganz cool sein". Wir stehen vor einer Hammer-Abfahrt, die sich schier unendlich weit ins Tal hinabschlängelt. Wir machen nur eine klitzekleine Pause, schließlich wollen wir den Trail unter die Reifen nehmen.
Steil geht es auf feinem Schotter ins Tal, bis schließlich eine 50m lange Steilstufe kommt. Ich versuche mein Glück, muss aber schnell einsehen, dass auf dem losen Untergrund nichts zu holen ist und somit tragen wir beide das Radl bis die Drahtseilversicherung endet. Von hier geht es lange, lange am Hang entlang. Meistens ist der Weg nur ca. 30 cm breit und es geht linker Hand weit ins Bachbett hinab, also bleiben die Augen besser auf dem Trail... Der Blick bestimmt ja bekanntlich die Fahrtrichtung. Der Weg endet in Bàita del Pastore, von wo es auf einem Forstweg und schließlich auf der Straße nach Bormio geht. Da wir beide keine Lust haben bei dem Verkehr (Sonntag...) das Stilfser Joch auf der Straße hochzufahren und am liebsten auch noch am selben Tag wieder in Prad zurück sein wollen, beschließen wir mit dem Bus hochzufahren. Die Wartezeit verbringen wir mit unserer Brotzeit und einem Cappuccino in einem Café in der Altstadt.

Die Räder werden am Vorderrad hängend hinten am Bus montiert und dann mit einem Expander "gesichert". Die Busfahrt an sich ist schon ein kleines Abenteuer, weil die Straße äußerst enge Kehren und einspurige Tunnel aufweist. Respekt an den Busfahrer! Auch ein Motorradunfall bleibt uns nicht erspart und wir sind irgendwie froh, dass wir diesen Pass nicht aus dem Bike-Sattel aus erleben müssen. Spannend bleibt es trotzdem: Ein Gewitter zieht in unsere Richtung und als wir aus dem Bus steigen, ist der Himmel bereits ziemlich schwarz. In der Ferne donnert und blitzt es und wir beschließen uns bei der Abfahrt über den legendären Goldsee-Trail etwas zu beeilen. Als wir mitten drin sind, tröpfelt es leicht, es donnert und nicht allzu weit entfernt schlagen die Blitze ein. Wir geben Gas, versuchen so schnell wie möglich an Höhe zu verlieren und rennen mit den Rädern in der Hand über die unfahrbaren Stellen.

Schließlich wird es wieder heller, das Gewitter hat uns nicht erreicht und zieht über den Ortler ab. Wir bleiben verschont! Ab jetzt können wir die Abfahrt wieder genießen und mal ehrlich: Wie oft fährt man unter einem Regenbogen einen der besten Trails Südtirols?!

Der Weg ist fast durchgehend fahrbar und ich bin richtig im Flow, stelle aber irgendwann fest, dass ich Dave komplett abgehängt habe. Ich warte und warte, bin gerade dabei mein Radl an einen Baum zu stellen und zurück zu laufen, da kommt er mir mit dem geschulterten Radl entgegen und meint, er hätte gerade das Kunststück vollbracht, zwei Reifen gleichzeitig zu zerstören. An der Furkel-Hütte flicken wir bei einem Bier die Reifen und dann geht es auf dem Forstweg nach Stilfs. Noch ein letztes Mal richtig steil durch den Ort und dann rollen wir von der Stilser Brücke auf der Straße zurück nach Prad, wo wir unser Auto geparkt hatten. In der Ferne scheint es überall zu regnen, aber wir haben nicht einen Regenschauer erwischt!


All in all...

... war es eine richtig gelungene, abwechslungsreiche, spannende und anstrengende Umrundung des Ortler-Gebietes aufgeteilt in sechs Etappen mit insgesamt ca. 12000 hm. Der Wettergott war uns äußerst gnädig, wir haben weder die Softshell- noch die Regenjacke gebraucht, Daves wasserdichte Socken wären auch nicht nötig gewesen und meine Halbschuhe ohne Gore-Tex sind ebenfalls nie nass geworden.

Ich bin glücklich, dass der Kamera nichts passiert ist und ich unsere Tour in etlichen Bildern festhalten konnte. Für mich die größte Belohnung dafür, dass ich mir die Schlepperei angetan habe.

Island#53 Spannung bis zum Schluss

Bis Mittwoch verbrachten wir die Tage mit Wäsche waschen, Bilder bearbeiten, Laufen, Blogbeiträge schreiben, Progammieren und auch ein wenig Faulenzen. Mit der Tatsache, dass wir unseren letzten Ausflug ins Hochland nicht mehr antreten würden, hatten wir uns abgefunden und hofften einfach nur darauf, dass die Reparatur glatt gehen würde und wir wenigstens unsere Fähre nicht verpassen. Am Mittwoch rief schließlich der Mechaniker an und meinte, dass wir das Auto abholen könnten, woraufhin uns ein Stein vom Herzen fiel - Glück gehabt! Es stellte sich heraus, dass die Werkstatt das Radlager schlussendlich von einem Händler selbst abholen musste, weil die isländische Post das Paket auch noch verloren hatte. Die Reparaturkosten lagen bei über 700€, aber immerhin hatten wir unser Auto und konnten zur Fähre fahren. Leider machte sich unterwegs wieder ein Schleifen bemerkbar und wir waren äußerst froh, als wir am Donnerstag frühmorgens am Fährhafen ankamen.

Die Überfahrt nach Dänemark war unspektakulär: Wir verbrachten viel Zeit am Laptop und schliefen lange, schließlich stand uns in Dänemark eine lange Rückfahrt bevor. Wehmütig, dass diese geniale Zeit in Island so schnell vergangen war und zugleich froh, bald wieder im eigenen Bett zu schlafen und Freunde und Familien wieder zu sehen, rollten wir von der Fähre und fuhren bis Flensburg. Dort sollte es dann nochmal anstrengend werden: Auf einem Rastplatz mussten wir ernüchtert feststellen, das unser geflickter Reifen wieder Luft verlor, woraufhin wir alle 30 min. an einem Rastplatz anhielten, 0,8 bar nachfüllten und zum nächsten Rastplatz fuhren. Die Fahrt dauerte so über 17 h und kurz nach 6:00 stellte ich das Auto im Hof ab. Endlich angekommen!