Island #23 Summit!

Der Wecker klingelte wie eingestellt um 8:00 Uhr. Sicht = null. Wolken und Nebel. Hat's geschneit? - Zum Glück nicht. Also weiterschlafen. Um 11:00 Uhr wachte ich dann das nächste Mal auf: Die Wolken verhinderten immer noch den Blick auf den Gletscher und der Wind blies ordentlich. Egal, irgendwann muss man ja in den Tag starten.

Wir beschlossen, das Frühstück weiter unten einzunehmen und fuhren zu einem Parkplatz mit Bank. Mit Kaffee sieht die Welt doch gleich viel besser aus... Wir entschieden also, den Gletscher erstmal sein zu lassen und stattdessen in Anarstapi interessante Felsformationen an der Küste zu fotografieren und am Abend nochmal einen Versuch am Kirkjufell zu unternehmen.

In Ólafsvík bekamen wir dann noch den Tipp, bei einem der lokalen Bergführer anzurufen, um etwas mehr über die Gletschertour zu erfahren. Ich rief ihn also an und tatsächlich schien er "seinen" Gletscher ziemlich gut zu kennen. Er meinte, eine Besteigung wäre von Osten aus möglich, allerdings mit einem relativ hohen Spaltensturzrisiko einhergehend. Außerdem empfahl er, die Nacht zu nutzen, weil das Wetter am nächsten Tag wieder umschlagen würde. Mein Optimismus, auf den Gletscher zu gehen, war aufgrund der Wolken, die sich hartnäckig hielten und der Tatsache, dass ich mich zwar viel mit Gletscherbegehungen beschäftigt hatte und die entsprechenden Techniken sicher beherrschte, aber selbst keine große Erfahrung habe, gebremst. Jakov war noch nie auf einem Gletscher und wir sind die Spaltenbergung auch erst einmal zusammen durchgegangen, sodass die Verantwortung gefühlt bei mir lag. Wir diskutierten etwas und ich entschied, erstmal abzuwarten.

Wir fuhren an die Südküste der Halbinsel Snaefellsnes und entdeckten einen Parkplatz mit relativ vielen Autos. - Kein Schild, aber scheinbar trotzdem interessant... Wir stellten unser Auto ab und liefen den kurzen Weg hinauf. Eine begehbare Felsspalte! Ein kleines Bächlein floss aus der ca. 1-2m breiten Spalte und wie alle anderen liefen wir von Stein zu Stein immer tiefer in den Berg. Das einfallende Licht von oben sorgte für eine interessante Beleuchtung der moosbewachsenen Felsen und nach einer kleinen Kletterstelle waren wir mehr oder weniger alleine im Canyon und ich konnte das Stativ getrost zwischen den Felsen verspreizen.

Nach diesem Erlebnis fuhren wir die Schotterstraße an der Ostseite des Snaefellsjökull hoch, denn anders als erwartet war die Straße nicht mehr "Lokad" also gesperrt, sondern "Impassable", was in Island so viel heißt wie "Du darfst da fahren, wirst aber ohne ordentlichen Jeep früher oder später im Schnee oder Matsch stecken bleiben." Bis zu dem Parkplatz, der dem Gletscher am nächsten liegt, konnte man ohne Probleme fahren und wir stellten das Auto ab. In Richtung Norden war die Straße tatsächlich schneebedeckt und man hörte eine Pistenraupe in der Nähe fahren. In der Ferne entdeckten wir dann noch ein Gefährt, dass zu dem Bus mit der Aufschrift "Glacier tours" passte: Eine Pistenraupe fuhr über den breiten Rücken im Nordosten des Gletschers hinauf. Wenn es für eine Pistenraupe einen Weg gibt, dann sicher auch für uns und wir beschlossen, erstmal Nudeln zu kochen, hoffentlich noch einen Blick auf den Gipfel zu erhaschen und mit dem Fahrer des Kettenfahrzeugs zu sprechen sobald dieser wieder zurück war.

Wir kochten erstmal Tee und setzten das Nudelwasser auf, während ein Mietwagen mit Touristen an uns vorbei fuhr. Die zwei hatten wohl den weichen Schnee unterschätzt und blieben mit ihrem Kia "4-Wheel-Drive" stecken. Wir halfen, die Räder etwas zu befreien und schoben den Wagen dann rückwärts wieder aus dem Schnee. Danach schmissen wir die Nudeln ins Wasser und sortierten in der Zwischenzeit schon das Material für die Gletschertour.

Keine fünf Minuten später tauchten zwei andere Touristen hinter unserem Auto auf und fragten, ob wir ihnen helfen könnten. Auch diese zwei hatten sich im weichen Schnee eingegraben. Kein Problem - wir schoben wieder kräftig an und auch dieser Wagen war befreit. Gerade noch konnten wir das Nudelwasser abgießen.

Zwischenzeitlich hatte ich auch mit dem Fahrer der Pistenraupe sprechen können und war mir sicher, dass wir auf dem gleichen Weg wie er sicher zum Gipfel kommen würden. Gut gestärkt brachen wir so um 20:15 (zur Primetime...) Richtung Westen auf. Schnell hatten wir den Rand des Gletschers erreicht und auch wenn wir uns an der Spur des Kettenfahrzeugs hielten, seilten wir uns an. Wir stapften bei ca. 1200 m in die Wolkendecke und erreichten bald darauf das Ende der Fahrspur. Am Himmel blitzte bereits hin und wieder etwas blau durch die Wolkenfetzen. Vom Gipfel trennte uns nur noch ein etwas steilerer Aufschwung, der jedoch wegen des weichen Schnees leicht zu Besteigen war. Summit!

Die Wolken wurden immer weniger und schließlich hatten wir einen freien Blick auf die gesamte Halbinsel und konnten bis zu den Westfjorden sehen. Was ein Timing... Nach einer Fotosession haben wir zu Demo-Zwecken einen T-Anker gegraben, an welchen ich Jakov sicherte, als er sich einen Gletscherspalte aus nächster Nähe ansah.

Mittlerweile zeichnete sich der wohl schönste Sonnenuntergang unserer bisherigen Reise ab. Wolken in lila und blau in allen Helligkeitsabstufungen im Süden und Osten und die Sonne als orangefarbener Feuerball im Nordwesten. Ich fotografierte lange, während Jakov am Nordgipfel Tee kochte. Vollkommen glücklich über die Besteigung unseres ersten (isländischen) Gletschers, erblickten wir plötzlich einen weiteren Bergsteiger. Und noch einen, insgesamt sechs Mann folgten dem Bergführer. In einem netten Gespräch stellte sich raus, dass er derjenige war, mit dem ich am Mittag telefoniert hatte. Er ist der Besitzer der Bergschule Summit und der Snaefellsjökull quasi sein zweites Zuhause.

Nachdem die Gruppe sich verabschiedet hatte und ihren Rückweg antrat, packten auch wir unsere Sachen und stiegen am Seil, einen etwas direkteren Weg als vorher, ab. Die Sonne begann mittlerweile wieder aufzugehen und die Wolken färbten sich in malerischen Orangetönen. - Die Gelegenheit für Bilder vom Kirkjufell! Wir beeilten uns etwas und fuhren, so schnell es halt auf der holprigen Straße und bei dem ständigen Tempolimit von 90 km/h geht, wieder nach Grundarfjördur.

Trotz aller Bemühungen dauerte die Fahrt etwa eine halbe Stunde und als wir den Parkplatz erreichten, war das Licht lang nicht mehr so schön. Ich machte noch ein paar Bilder, bis auch der letzte Kamera-Akku leer war und füllte dann meine eigenen Energiereserven mit viel Knäckebrot auf. An einem Parkplatz in der Nähe schliefen wir dann zufrieden ein. 

Island #22 Erster Versuch am Kirkjufell

Nach dem Frühstück führte unser Weg zunächst nach Stykkishólmur, wo wir unsere Einkäufe erledigen konnten. Da es schon wieder aus Eimern schüttete, beschlossen wir, in der Touristeninformation in Grundarfjördur, die zugleich auch ein Café beinhaltet, unsere Laptops zu laden, Fotos zu sichern und den Blog hochzuladen. Draußen verpassten wir momentan sowieso nichts und so saßen wir fast bis Ladenschluss vor unseren Computern.

Als nächstes versuchten wir, den sehr bekannten Berg Kirkjufell zu fotografieren. Vor unserer Reise schwebte zumindest mir stets dieses Bild vor Augen, wenn ich an Island gedacht habe. Leider wollte sich der Regen so gar nicht verziehen und es blieb bei einem trüb-grauen Himmel, der so gar nicht fotogen war und wir kochten uns einen Gemüseeintopf mit Rosinen und Hirse, statt zu fotografieren.

Auf dem Parkplatz ist das Übernachten nicht gestattet und wir setzten unsere Fahrt auf der 54 fort. In Ólafsvík kam uns dann die Idee, zum Gletscher Snaefellsjökull zu fahren. Von Süden war die Straße 570 in die Berge jedoch gesperrt und wir waren gezwungen, die Halbinsel weiter zu umrunden. Es gibt noch eine andere Straße, die von Norden zum Gletscher führt und diese war geöffnet.

Der geschotterte Weg führte uns durch ein großes Lavafeld mit bizarren Gesteinsformationen. Es regnete nun nicht mehr so stark und am Himmel zogen die Wolken schnell über uns hinweg - perfekte Bedingungen für dramatische Bilder! Somit war aus fotografischer Sicht auch dieser Tag gerettet.

Kurz bevor die Straße in ein Schneefeld überging, stellten wir unser Auto ab und stellten den Wecker auf 8:00 Uhr. Mit etwas Glück würde es am nächsten Tag aufreißen und wir könnten eine Besteigung des Snaefellsjökull wagen. Ich wollte dazu jedoch auf jeden Fall klare Sicht haben, um den Spalten gut ausweichen zu können. Mal wieder konnte man uns bei der Information nicht wirklich weiterhelfen, was die Besteigung anging und wir hatten lediglich die Informationen des GPS-Geräts zur Verfügung. Im Nieselregen und bei starken Wind räumten wir das Auto um und legten uns schlafen.

Ich schlief mit einem unwohlen Gefühl im Bauch ein und checkte in der Nacht noch zwei Mal, ob es zu schneien angefangen hatte. 

Island #21 Knappe Kiste

Endlich hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten unsere Klamotten, Schlafsäcke und Schuhe zum Trocknen nach draußen legen, während wir frühstückten. Auch während unserer Fahrt auf der Straße 60, die in zahlreichen Serpentinen von Fjord zu Fjord führte, schien die Sonne beständig durch die Wolkendecke hindurch und somit ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für Fotos von dieser Farbvielfalt. Saftiges Grün, Brauntöne und Wolken von weiß bis dunkelgrau boten, mit dem zum Teil blauen Himmel, hervorragende Motive. Ein Feld aus großen Gesteinsbrocken bot einen interessanten Vordergrund.

An der Abzweigung nach Reyhólar bogen wir auf einen kleinen Schotterweg ab, der uns auf das Vadalfjöll zum Bouldern bringen sollte. Da wir wegen einem Schild in isländischer Sprache nicht ganz sicher waren, ob wir hier hochfahren durften, fragten wir einen Einheimischen, der uns gerade mit seinem Superjeep entgegen kam. Erlaubt war es, allerdings meinte er, dass das Gestein bei den Aufstiegen recht lose ist und das es zwei kleine Bäche gäbe, die mit unserem Rampen- und Böschungswinkel schwer passierbar sein würden. Vorsichtig sollte es jedoch gehen und wir ließen uns auf dieses Abenteuer ein.

In engen Kurven schlängelte der Weg sich auf die Hochebene, die Anstiege waren kein Problem und auch größere Steine und Absätze konnten wir relativ leicht (entsprechend langsam) überwinden. Bei einem kleinen Bach, der zwar kein Wasser führte, aber trotzdem an beiden Seiten ziemlich steil anstieg, wurde es dann das erste Mal knapp mit dem Rampen- und Böschungswinkel. Im ersten Anlauf liefen wir Gefahr, hinten aufzusitzen, weshalb ich beim zweiten Versuch das Hindernis leicht schräg durchfuhr. Jakov kontrollierte dabei stets den Abstand zwischen Auspuff bzw. Stoßstange und dem Boden.

Kurz vor unserem Ziel steilte die Straße dann nochmal ordentlich auf, aber der Pajero fuhr ohne Probleme und größeren Traktionsverlust hinauf. Hier oben wehte ein kräftiger Wind und wir entschieden uns dafür, unseren Hunger vor dem Bouldern zu stillen. Dazu packten wir unser Zeug und gingen an den überhängenden Wandfuß, der uns vor dem Wind schützen sollte. Die Boulder sahen wirklich ansprechend aus und die Kulisse war perfekt - ein toller Ausblick nach Westen. Leider tropfte es ziemlich aus der Wand...

Wir machten also erstmal unsere Bratkartoffeln mit Ei, während sich langsam immer schlechter werdendes Wetter über den Berg schob. Kurze Zeit später regnete es, was das Bouldern für heute unmöglich machen sollte. Mist!

Wenigstens gab es wahnsinnige Lichtstimmungen, die für gelungene Bilder sorgten. Als das Auto fertig gepackt war, zog allmählich auch dichter Nebel auf und wir fuhren, in der Hoffnung, bei besserem Wetter ein andermal wieder kommen zu können, den Weg zur Hauptstraße zurück. Wir folgten der Straße 60 Richtung Süden und hielten in Laugar an einer heißen Quelle. Im strömenden Dauerregen war uns nichts lieber als das.

Der kostenlose Hotpot war sogar mit einem Häuschen zum Umziehen ausgestattet und das Wasser hatte angenehme 38 Grad. Auch wenn sich auf den Steinen natürlich einiges an Dreck und Algen abgelagert hatte, fühlten wir uns nachher wie frisch geduscht und auch der Regen ist viel erträglicher, wenn man bis zum Kopf im Wasser steckt. Am Hvammsfjördur schlugen wir dann an einem kleinen Fluss unser nächtliches Lager auf.

Island #20 Nass, nasser, Island

Der Tag begann leider nicht wie erhofft mit einer Wetterbesserung. Stattdessen prasselte der Regen beständig auf unser Auto, als wir aus dem Fenster blickten.

Nach einem Blitzfrühstück im Regen setzte sich Jakov ins Auto und arbeitete, während ich in Regenjacke zum Dynjandi-Wasserfall stiefelte. Jetzt waren zwar mehr Touristen als in der Nacht da, aber bei dem miesen Wetter musste ich mir die besten Standorte zum Fotografieren mit niemanden teilen. Ich verpackte die Kamera in einer Mülltüte und fixierte diese mit Tape und schraubte den Filterhalter auf. Den montierten ND-Filter musste ich natürlich bei dieser Gischt und dem Regen vor jeder Aufnahme reinigen. Nachdem alle Putztücher nass waren und auch mir das Wasser in den Schuhen stand, beschloss ich, zum Auto zurückzugehen.

Zurück am Auto zog ich mir erstmal etwas Trockenes an und hängte meine Linsenputztücher über die Lüftungsschlitze. Wir entschieden nach einer kurzen Karten- und Reiseführerstudie, nach Látrabjarg zu fahren. Dabei handelt es sich um den westlichsten Punkt europäischen Festlandes und zugleich um einen beliebten Vogelfelsen.

Die Fahrt über die diversen Pässe der Straße 63 war von schlechter Sicht und Regen geprägt. Auf der holprigen Straße Nr. 612 wurde es schließlich mühsam, den Schlaglöchern auszuweichen und Jakov musste die Geschwindigkeit stark reduzieren. Ziemlich erledigt von der Fahrt und der Tatsache, dass es immer noch regnete und wir schlecht kochen konnten, kamen wir dann am Parkplatz, der direkt über der Klippe liegt, an. Wir fielen erstmal über unsere Knäckebrot-Vorräte her, ehe ich meine Kamera mit dem 70-200 und Regenhülle ausstattete.

Aufgrund des Wetters war es entsprechend dunkel und ich musste mit hohen Iso-Werten arbeiten. Direkt an der Abbruchkante über dem Meer konnte man dann zahlreiche Papageientaucher beobachten und fotografieren. Mir gelangen sogar ein paar Aufnahmen im Flug. Lediglich Bilder mit Fisch im Schnabel sollten mir verwehrt bleiben.

Plötzlich die Überraschung: Alle anderen Fotografen waren bereits wieder weg, als ein Polarfuchs im Sommerkleid auf Nahrungssuche ging. Er schien mich nicht zu bemerken und fing einige Puffins. Der Autofokus griff sicher und ich konnte den laufenden Fuchs endlich fotografieren, ehe er sich mit seiner Beute verzog. Nach diesem Erlebnis ging ich in der Hoffnung, einige gute Fotos auf meiner Speicherkarte zu haben, zurück zum Pajero.

Über die holprige Straße ging es wieder zurück. Wir hatten entschieden, dass wir nicht auf besseres Wetter für mehr Bilder warten, da die Vorhersage eher dürftig war. Somit steuerten wir auf unser nächstes Ziel, das Bouldergebiet Vadalfjöll, zu und parkten irgendwo an der Straße 60 zum Übernachten.

Island #19 Let's go running

Wir haben bis 15:00 Uhr geschlafen, was jetzt erstmal lang klingen mag, aber wir haben unseren Schlafrhythmus hier so umgestellt, dass wir unterwegs sind, wenn das Licht gut ist (sprich vor allem zwischen 0:00 und 3:00 Uhr) und schlafen dementsprechend bis zum Mittag.

Es regnete glücklicherweise nicht mehr und wir genossen ein ausgedehntes Frühstück, wir hatten uns schließlich etwas größeres vorgenommen: Der Kaldbakúr ist mit 998 m der höchste Berg der Westfjorde und kann von Norden und Süden bestiegen werden. Wir beschlossen, uns ihm von der Südseite laufend zu nähern. Da das Jakovs erster Trailrun werden sollte, übernahm ich den Rucksack mit Jacke, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, einem kleinen Snack und meiner Kamera. Insgesamt so ca. vier Kilogramm.

In kurzer Hose und Tshirt ging es also zunächst über eine "poor backroad" hinauf auf einen Sattel. Hier wartete ich kurz auf Jakov, um gemeinsam den breiten Grat in Richtung Gipfel in Angriff nehmen zu können. Der Untergrund war stellenweise äußerst weich vom abgeschmolzenen Schnee und erschwerte bei dieser Steigung das Vorankommen ungemein. Der Gipfel war von Wolken verhangen und nach einem Handschlag am Steinmännchen liefen wir wieder runter. Auf dem Sattel machten wir noch ein paar Bilder, schließlich wollte ich die Kamera wirklich nicht umsonst hoch getragen haben, bevor wir dann den Weg zurück zum Auto liefen.

Nach einem Finish-Selfie und einer eiskalten Dusche im Bach, kochten wir uns Spaghetti mit Tomatensauce und tranken eine Tasse Tee.

Gut gestärkt kam uns dann die Idee, für einige vernünftige Landschaftsaufnahmen nochmal zu dem Sattel am Kaldbakur hochzufahren. Der Weg sah zwar beim Laufen nicht ganz ohne aus, aber wir konnten ja jederzeit umdrehen.

In Schrittgeschwindigkeit arbeiteten wir uns dann über alle Hindernisse (tiefe Querrillen, etwas breitere Bäche und vom Wasser ausgespülte Passagen) hinauf. Manchmal stieg Jakov aus und lotste mich zentimetergenau durch schwierige Passagen. Ein Schneefeld, über das wir vorher einfach hinüber liefen, verhinderte, dass wir mit dem Auto den Sattel erreichen würden und wir gingen die letzten Meter wieder zu Fuß. Jetzt hatten wir ausgiebig Zeit, die Landschaft zu genießen und Fotos zu machen.

Nachdem wir die Strecke bergab auch sicher bewältigt hatten, gönnten wir uns noch eine Portion Rührei auf Knäckebrot und fuhren dann zum Dynjandi-Wasserfall. Jetzt regnete es wieder und es kostete mich dann etwas Überwindung, um 5:30 Uhr nochmals Fotos zu machen. Diese Serie an Wasserfällen bietet zwar eigentlich eine Reihe an guten Motiven, aber der ständige Regen und die Gischt sorgten dafür, dass ich größtenteils damit beschäftigt war, Filter, Objektiv und Kamera trocken zu halten.

Um 6:30 Uhr hatte ich dann ein zufriedenstellendes Bild geschossen und legte mich ebenfalls im Auto am Parkplatz schlafen.