Island #28 Gipfelsonne

Nach dem Frühstück wollten wir einen neuen Versuch am Langjökull starten und riefen bei "Icelandic Mountain Guides" an, um zu erfragen, von wo aus man am besten zum Gletscher starten würde. Die Nummer hatten wir ja in Reykjavik bekommen. Leider stellte sich heraus, dass auch der erfahrenste Guide der Firma nie Touren auf den Langjökull oder Hofsjökull unternimmt. Diese Gletscher seien nicht besonders geeignet, aber er empfahl uns trotzdem, die Straße F336 nach Skálpanes zu nehmen und dort auf den Gletscher zu gehen. Wir folgten seinem Ratschlag und fuhren die, bis zu einer Art Berghütte, PKW-taugliche Piste, und danach noch ein Stück auf einem äußerst ruppigen und mit großen Steinen übersäten Weg bis fast an den Schnee. Von einer kleinen Anhöhe aus konnte man dann alles gut überblicken und was wir hier sahen, machte uns nicht gerade glücklich: Gefühlte 100 Schneemobile standen in Reih und Glied auf dem Schnee und ein Traktor schien eine Art Straße zu präparieren. Außerdem war der Gletscher hier wirklich flach und stellte keine Herausforderung dar.

Wir beschlossen, dass der Aufwand zum Auspacken der Ausrüstung diesen "Spaziergang" nicht wert sei und drehten um. Auf der 35 fuhren wir weiter nach Norden in Richtung Kjölur. Bei gutem Wetter bogen wir schließlich zum nächsten Ziel, dem Kerlingerfjöll, ab. Die Straße war ebenfalls problemlos zu fahren und führte direkt am Wasserfall Gýgjarfoss vorbei. Am Campingplatz fragten wir, ob der Berg Snaekollur, der uns bei der Anfahrt schon ins Auge fiel, gut zu besteigen sei. Endlich stießen wir mal auf jemanden, der vorbereitet war: Die junge Frau meinte, dass wir zwar dieses Jahr erst die zweiten wären, die nach dem Weg fragen würden und dass die Saison gerade erst begonnen hätte und sie selber noch nicht oben war, aber der Anstieg für uns kein Problem sein sollte. Uns war allerdings nicht nach dem "Normalweg" und wir entschieden, lieber die direkte Variante über das Schneefeld zu wählen. Dazu konnte sie uns nichts sagen und wusste auch nicht, ob es sich um einen kleinen Gletscher mit Spalten handeln würde, versicherte uns aber, dass sie uns retten würde.

Gut gelaunt fuhren wir also zum Parkplatz unterhalb des Berges und kochten Reis mit Gemüse. Jakov machte erst einmal einen ausgiebigen Verdauungs-Schlaf während ich Fotos von der untergehenden Sonne schoss und mich mit zwei deutschen Motorradfahrern unterhielt.

Um Mitternacht weckte ich ihn auf und wir liefen gemeinsam auf den Berg. Oben wollten wir eigentlich Tee kochen, blöd nur, dass die Teebeutel im Auto liegen geblieben sind. Der Sonnenaufgang war mal wieder atemberaubend schön und es boten sich zahlreiche Motive an.

Ich war vollkommen fasziniert von den Farben, dem Licht, das die Berge zum Leuchten brachte und den tiefschwarzen Wolken, die in der Ferne für einen starken Kontrast sorgten.

Jakov wollte schon wieder absteigen, wohingegen ich noch Lust auf ein paar Gipfel mehr hatte. Schließlich teilten wir uns auf: Jakov lief zurück zum Auto und ich ging über einen Grat noch auf einen südlicheren Gipfel und auf den Fannborg, machte einige Bilder und stieg schließlich nach Westen ab.

Am Auto gab es dann noch ein paar Scheiben Knäckebrot und einen Tee, bevor wir uns ins Bett legten.

Island #27 EM Halbfinale

Obwohl Sonntag war, wollten wir in Reykjavik Einkäufen gehen. Ein kurzer Blick bei Google bestätigte, dass die Läden geöffnet seien. Nach knapp vier Wochen Wildnis kamen uns sechs Autos im Convoy schon fast wie ein Stau vor. In der Stadt kam dann sogar ein bisschen Großstadt-Feeling auf: Tausende von Menschen hatten wir schon lange nicht mehr gesehen... Außerdem war ja noch das EM-Spiel Frankreich gegen Island, weshalb uns etliche Fans und Anhänger der nordischen Mannschaft auf den Straßen begegneten. Eigentlich ist Island ja keine Fußballnation und der Einzug ins Viertelfinale schon eine echte Sensation. Dementsprechend gut war die Stimmung in den Straßen, als wir zur Information liefen. Die Public Viewing Area war wohl kaum zu vergleichen mit dem, was unser eins gewohnt ist und wirkte eher wie eine Dorf-Veranstaltung. Lediglich das Einkaufen gestaltete sich jetzt schwierig: Vor dem Supermarkt kam uns bereits ein junger Typ entgegengerannt und meinte, der Laden schließe bereits jetzt wegen dem Spiel. Ohne Einkäufe fuhren wir dann zu DER Attraktion in Island: Dem großen Geysir.

Es war bereits 21:00 Uhr, als wir am fast leeren Parkplatz ankamen. Wir kochten erstmal Kaffee und Nudeln mit grünem Pesto. Ich kopierte noch einige Bilder und lud den Blog der letzten Tage hoch, bevor wir uns in das Geothermalgebiet aufmachten.

Links und rechts des markierten Weges dampfte es aus zahlreichen heißen Quellen und mehrere Schilder mahnten davor, die Finger ins 90-100 Grad heiße Wasser zu stecken. Ein anderes Schild wies darauf hin, dass das nächste Krankenhaus über 60 km entfernt sei. Im Gegensatz zum Geysir Strokkur ist der "große Geysir" nicht mehr wirklich, bzw. nur sehr unregelmäßig aktiv. Wir postierten uns also außerhalb der Absperrung am Geysir und warteten ab. Schließlich bricht dieser alle paar Minuten in mehr oder weniger großen Fontänen aus. Diese sind ca. 15 - 30 m hoch und bestehen aus kochend heißem Wasserdampf und kondensiertem Wasser.

Beim ersten Versuch, den Geysir zu fotografieren, stellte ich mich dummerweise in den Wind, sodass ich noch beim Auspacken der Kamera einmal Duschen ging. Zum Glück kühlt der Wasserdampf sehr schnell ab und ich kam ohne Verbrennungen davon.

Daraufhin habe ich den Geysir dann aus einer etwas anderen Perspektive und aus sicherem Abstand fotografiert. Den Finger immer auf dem Auslöser haltend, wartete ich, bis wieder eine Fontäne in den rötlich gefärbten Himmel schoss, um dann im richtigen Moment abzudrücken. Auf der vom Wind abgewandten Seite konnte ich auch noch Fotos von der tiefblauen Wasserblase schießen, die sich kurz vor dem Ausbruch aufwölbt.

Jakov ist in der Zwischenzeit wieder zum Auto zurück gegangen und ich folgte schließlich auch, immerhin wollte ich noch den Gullfoss wenige Kilometer entfernt fotografieren. Mittlerweile ging die Sonne schon wieder auf und ich konnte den Wasserfall in einer herrlichen Morgenstimmung ablichten.

Weiter unten kämpfte ich wieder einmal mit der starken Gischt, die meine Kameralinse ebenfalls in einen kleinen Wasserfall verwandelte. Fotografieren war hier bei dem Wind unmöglich und ich suchte noch ein paar andere Blickwinkel.

Auf der 35 setzten wir unsere Fahrt Richtung Norden fort, weil wir am Ende der F335 vorhatten, auf den Gletscher Langjökull zu gehen. Die Straße ist anfangs sehr gut fahrbar und wird im Laufe immer etwas ruppiger. Nach einer Hütte erreichten wir eine kleine Flussdurchfahrt, die wir ohne Probleme durchqueren konnten. Danach gestaltete sich zunächst die Wegfindung etwas schwierig, aber nach ein wenig Umsehen waren wir wieder auf dem Track. Neben einem Wasserfall führte der Weg dann steil nach oben. Bereits tiefe Rillen und Löcher sowie ein paar Absätze machten klar, dass hier schon einige mit eingelegten Sperren gegraben hatten. Wir fuhren langsam, aber stetig hoch, einige Male drehten die Räder etwas durch, griffen aber dank Sperre bald wieder. Ein lautes Piepen machte mich dann stark stutzig. Was sollte das denn bedeuten?!

An einer ebenen Stelle hielten wir an und zogen das Handbuch zu Rate. Schnell war die Ursache geklärt: Der Pfeifton ist das Signal dafür, dass die Traktionskontrolle deaktiviert wird, damit das Bremssystem nicht überhitzt.

Leider war ein Zugang zum Gletscher von hier oben nur sehr sehr schwer möglich und ziemlich weit entfernt, sodass wir den ganzen Weg zurück fuhren und auf einem Parkplatz übernachteten.

Island #26 Unter der Erde

Auch wenn man uns in der Touristeninformaiton gesagt hatte, dass man die Höhle "Surtshellir" nicht ohne Guide besichtigen könne, entschieden wir uns, diesen kleinen Abstecher trotzdem zu machen. Über die F578 ist sie gut zu erreichen und wir waren nicht die einzigen am Parkplatz. Ein großes Schild bildete den Verlauf der ca. 2 km langen Höhle ab und wies darauf hin, dass festes Schuhwerk, eine gute Lampe und ein Helm oder Mütze bei der Begehung der Höhle unbedingt mitzunehmen seinen. Kein Wort von wegen Führung oder so, sondern markierte Einstiege. Wir wurden also falsch informiert und zogen feste Schuhe an und holten die Stirnlampen, die wir in Island noch nie gebraucht hatten, aus dem Auto. Am ersten Höhleneingang machten wir dann ein paar Schritte und beschlossen, doch noch die Kletterhelme zu holen. In der Höhle, die sich wie ein langer Gang mit großen Gesteinsbrocken durch das Lavafeld zieht, war es stockfinster und uns begegnete niemand.

Am vierten Ausgang der Höhle stiegen wir wieder aus und liefen zurück zum Parkplatz. Da wir schon einige Tage nicht mehr Duschen konnten, war es an der Zeit, eine heiße Quelle aufzusuchen. Nach der Fahrt durch das Tal Kalidalur, wo es mit 6 Grad Celsius nicht gerade warm war, hielten wir an einem etwas weniger windigen Parkplatz an, um mal wieder Kaiserschmarrn zu machen. Mit vollen Mägen erreichten wir dann Krosslaug, eine heiße Quelle, die für unseren Geschmack fast schon etwas zu heiß war und auch relativ viel Dreck beinhaltete. Mir war schlecht vom Essen und wir blieben nicht zu lange im heißen Wasser. Noch nicht wirklich sauber, holten wir die Seife aus dem Auto und liefen über die Straße zum Fluss, wo wir uns mal wieder eiskalt duschten. Im Auto wärmten wir uns dann wieder auf und fuhren im Morgenlicht nach Thingvellir. Bevor die Sonne richtig aufging, machte ich noch Aufnahmen von einem kleinen Wasserfall.

Die Allmanagjá-Schlucht fotografierte ich kurz nachdem die Sonne aufging. Hierbei handelt es sich um einen eindrucksvollen Ort, an dem man das Auseinanderdriften der eurasischen und nordamerikanischen Platte sehen kann. Die Tatsache, dass in Thingvellir (übrigens der älteste Nationalpark Islands) alle Wege äußerst breit ausgebaut und mit Seilen abgegrenzt sind, führt leider auch dazu, dass Bilder ohne touristische Einrichtungen im Bild ziemlich schwierig sind.

Wieder einmal hat es sich allerdings bewährt, sehr früh ( ca. 5:00) vor Ort zu sein, sodass wir die einzigen am Parkplatz waren.

Blog #25 Nasse Angelegenheit

Keine Milch - kein Frühstück! Da wir am Tag zuvor alle Milchvorräte restlos aufgebraucht hatten, mussten wir heute erst einmal Einkaufen fahren. "Bónus" scheint hier die günstigste Supermarktkette zu sein, weshalb wir direkt nach Stykkishólmur fuhren. Mit einer gefüllten Vorratskammer lässt es sich einfach besser frühstücken und dieses Mal konnten wir sogar ein paar Tüten Nüsse ergattern, die hier fast immer vergriffen sind.

Als nächstes haben wir noch ein Mal den Berserkjahraun besucht. Leider endete auch dieses Mal meine Fotosession mit schlechtem Licht und viel zu viel Regen. Die Basaltsäulen von Gerduberg standen als nächstes auf dem Programm: Einige hundert Meter lang und ca. 4-5m hoch erstreckt sich hier eine Wand aus grauen Basaltsäulen. Wir liefen ein wenig am Wandfuß entlang, schossen ein paar Bilder, überlegten, ob wir sie beklettern sollen (wir haben es dann gelassen...) und fuhren schließlich auf der Straße 54 weiter in den Süden.

Im kostenlosen Heft "West Iceland - The Official Tourist Guide" wurde außerdem der Eldborg Krater noch als Naturschönheit der Region angepriesen. Bereits aus der Ferne war der ca. 60m hohe, zuletzt vor ca. 5000-6000 Jahren ausgebrochene, Vulkankrater zu sehen. Dramatische Wolken und Regen in der Ferne sorgten letztendlich für ein cooles Foto.

Ein Boulderspot tauchte bei der Weiterfahrt auf dem GPS-Gerät auf und wir beschlossen, den Abstecher von der Hauptstraße zu machen. Eine Jeep-Piste führte uns in die Nähe der Felsblöcke und nach einer kurzen Besichtigung holten wir die Crashpads aus dem Auto. Nach dem Bouldern aßen wir Reis mit Gemüse und suchten auf der Karte den Weiterweg raus.

Kleine Nebenstrecken sollten uns, ohne Umkehren zu müssen, wieder zur Ringstraße Nr. 1 bringen. Bei solchen Wegen weiß man in Island ja nie und so wurde unsere "Abkürzung" ein echtes Abenteuer: Zunächst führte der Weg ganz friedlich in vielen Kurven durch niedriges Gebüsch, durch ein paar tiefere Pfützen und den ein oder anderen kleinen Bach. Nach einer Rechtskurve öffnete sich das Gelände schlagartig und der Weg wurde breit, verdammt breit. In regelmäßigen Abständen liegende Bojen markierten wohl kaum die Straße hier und uns wurde langsam klar, dass wir uns gerade auf der Landebahn eines Kleinflughafens befanden. - Ups! Schnell umdrehen und den Weg suchen.

Der führte dann tatsächlich kurz vor der Start- und Landebahn links weg, geradewegs durch einen ungefähr 20m breiten Fluss. Jetzt hieß es also das erste Mal Schuhe ausziehen und durchwaten. Jakov war gerade in Laune, seine Schuhe zu waschen und krempelte die Hose hoch und lief mit Stöcken durchs Wasser.

Als er wieder zurück kam, folgte ich ihm durch den Fluss, der ca. 30-40cm tief war, und er lotste mich an einigen größeren Steinen vorbei. Am anderen Ufer wurden dann schnell die Schuhe und Hose gewechselt und wir setzen unsere Fahrt fort. Schließlich kamen wir an einem Gatter an, dass wohl ein paar Schafe oder so einzäunte. Wir öffneten es, fuhren hindurch und schlossen es natürlich auch wieder, woraufhin wir uns auf einem äußerst matschigen Weg befanden. Lediglich einen Reifenabdruck konnte ich sehen. Auf festem Untergrund legte ich die Sperre ein und wir wagten eine Befahrung. Ich versuchte immer schön den Schwung beizubehalten und nicht zu langsam zu werden. Das Auto glitt förmlich über die matschigen Bodenwellen und auch einige, mit Steinen gespickte Passagen, konnten wir ohne Aufsetzen oder Hängenbleiben überwinden. Nach einem letzten Gatter befanden wir uns wieder auf einer Straße und stellten fest, dass wir gerade den Reitweg gefahren sind. Das Schild hatte wohl in der anderen Richtung gefehlt...

Mit festem Untergrund unter den Reifen setzen wir unsere Fahrt ins Tal Reykholtsdalur fort, wo wir einerseits hofften, eine heiße Quelle zu finden und andererseits den Wasserfall Hraunfossar fotografieren wollten. Dieser besteht aus zahlreichen kleinen Wasserfällen, die aus dem löchrigen Lavagestein, über zum Teil sehr interessante Felsmaserungen, in den türkisfarbenen Fluss Hvítá fließen. Nach einer gelungen Fotosession, parkten wir flussabwärts am Ufer und legten uns schlafen.

Island #24 Aller guten Dinge sind drei

Unser gemütliches Frühstück beendeten wir nach der Nacht nahe Ólasvík recht abrupt, weil eine Wolkenfront über dem Meer mal wieder Regen ankündigte. Da wir mittlerweile echt schnell beim Ein- und Auspacken sind, blieben wir dieses Mal trocken.

Die Fahrt an der Südküste Snæfellsness legten wir dieses Mal über die 56 zurück. Ein großes Lavafeld mit vielfältigen Lavaformationen und einer schier unglaublichen Anzahl an Blickwinkeln und Motiven ließ uns in eine kleine Nebenstraße einbiegen. Ich schnappte mir, völlig fasziniert von diesem dramatisch wirkenden Fleckchen Erde, meinen Fotorucksack und lief ein paar Meter auf eine Anhöhe. Kaum hatte ich das Stativ aufgestellt und den Filter montiert, begann es schon wieder zu regnen. Meine Regenjacke lag blöderweise im Auto und ich war ziemlich nass, als ich wieder auf den Fahrersitz stieg. Der Himmel versprach keine Besserung und wir fuhren zurück zur Hauptstraße und überquerten die Berge auf der 56.

Jakov hatte im Reiseführer eine Quelle mit kohlensäurehaltigem Wasser entdeckt, der wir einen Besuch abstatteten. Die heilende Wirkung (bedingt durch eine hohe Konzentration an Eisen) hatte leider auch eine Kehrseite: Das Wasser, dass aus einem recht rostigen Hahn in einer Wiese floss, schmeckte grauenhaft. Quasi als würde man aus einer alten, versifften Gießkanne trinken... Wir füllten lediglich eine Flasche und beschlossen, doch lieber das, wenn auch recht geschmacklose, isländische Bergwasser zu trinken.

Als nächstes stand die Besichtigung der Höhle Sönghellir auf dem Plan, die wir jedoch wegen eines riesigen Regenbogens am Himmel kurzfristig verschoben und stattdessen in Anarstapi die Felsen an der Küste aufsuchten. Nach einem fünfminütigen Spurt vom Auto war ich an den Felsen angekommen und musste ernüchternd feststellen, dass der Regenbogen verschwunden war. Na gut, dann eben wieder die paar Minuten zurück zur Höhle: Der Wind riss mir beim Aussteigen fast die Tür aus der Hand, erst in der kleinen Höhle, die früher schon als Unterschlupf genutzt wurde, war es wieder windstill. Besonders spektakulär war sie allerdings nicht und wir fuhren recht bald weiter.

Aus dem PDF "Photoguide to Iceland" l, das mir schon so manchen wertvollen Tipp verriet, erfuhr ich, dass es in Djúpalón einen guten Foto-Spot gibt. Letztendlich habe ich mich dann doch dazu entschieden, die Formationen in Lóndrangar zu fotografieren. Der Himmel hatte dank zahlreicher Wolken und Sonnenuntergang eine tolle Färbung und ich tobte mich mit einer Langzeitbelichtung aus.

Wieder am Auto beschloss ich, dass ich mir die vorerst letzte Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte das Kirkjufell nochmal zu fotografieren. "Heute müsste es doch klappen!", dachte ich mir, als ich auf die Uhr schaute und die Kilometer bis nach Grundarfjördur zusammen zählte. Die Fahrt wurde von einem unglaublich intensiven Sonnenaufgang begleitet: Der Himmel schien geradezu zu brennen. Am Kirkjufell baute ich dann das Stativ auf und suchte nach einer guten Komposition, was sich schwieriger als gedacht herausstellte. Nach ein paar Anläufen entschied ich mich für ein Hochformat nahe an der Kante. Spektakuläre Rot- und Orangefärbungen nahm der Himmel nie an, sodass eher düstere Bilder entstanden.

Jetzt brauchte auch ich erstmal eine Stärkung und ging zurück zu Jakov, der am Auto auf mich wartete und in der Zwischenzeit dankenswerterweise Süßkartoffeln anbriet. Die Portion war eher klein, also schoben wir noch eine Portion Nudeln nach, bevor wir am selben Parkplatz wie am Tag zuvor unser Zelt aufstellten.